Wie er zu einem der besten Anleger wurde

Einmal im Jahr lud der Hedgefondsmanager Julian Robertson seine Mitarbeiter zu einem Betriebsausflug der besonderen Art ein. Amerikas Börsenmagazine bezeichneten den Mann Ende der 1980er Jahre als „Magier der Märkte“, ihm selbst aber gefiel ein anderer Name viel besser: Tiger. Die Raubkatze machte Robertson zu seinem Markenzeichen, so hieß der von ihm gegründete Fonds, viele Jahre lang einer der erfolgreichsten Fonds der Welt. Und so mutig wie Tiger mussten sich auch seine Mitarbeiter verhalten, wenn sie während des Betriebsausflugs den Respekt des Chefs für sich gewinnen wollten.

Robertson ließ seine Mannschaft meist für ein Wochenende nach Idaho bringen, in eine Bergregion, die bezeichnenderweise den Namen „Sawtooth Mountains“ (Sägezahn-Berge) trägt. Dort erwartete aber kein gemütlicher Aufenthalt auf der Berghütte die Teilnehmer, sondern ein harter sportlicher Wettkampf. Es galt, bei Wind und Wetter steile Schluchten zu überqueren, in eiskalten Seen zu schwimmen und Baumstämme zu Flößen zusammenzubinden. Als Belohnung gab es nicht etwa die Aussicht auf ein weiches Bett, sondern eine Nacht im Zelt. In der Regel verfügte Robertson, dass sich die größten Rivalen ein Zelt teilen mussten. „Smart, ehrlich und kompetitiv“ – das seien die wichtigsten Eigenschaften eines Hedgefondsmanagers, sagt Robertson noch heute, wenn er dem amerikanischen Börsenfernsehen eines seiner seltenen Interviews gibt.


Quellverweis — www.faz.net

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