Kann Heizöl noch teurer werden?

Wer derzeit Heizöl tankt, muss dafür 42,5 Prozent mehr zahlen als vor einem Jahr. Diese Zahl sticht im monatlichen Preisbericht des Statistischen Bundesamtes heraus. Da eine Lieferung oft wenigstens 1000 Liter, meist aber 3000 oder gar 10.000 Liter beträgt, geht es hier nicht um wenig Geld. Im 10.000-Liter-Beispiel sind nun statt 5000 Euro 7100 Euro fällig. 2100 Euro, die auf dem Konto fehlen und schmerzen.

Doch die fast bangere Frage mancher Heizölabhängigen ist, ob der Preisaufschwung jemals endet. Waren nach Angaben des Energie Informationsdienstes EID im Schnitt von 15 deutschen Städten im November noch 43 Euro je 100 Liter Heizöl zu zahlen, sind es nun schon mehr als 75 Euro. Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die schlechte: Es kann noch teurer werden. Preise von mehr als 90 Euro je 100 Liter hat es immer wieder gegeben.

Und nun die gute: Es wird nicht unendlich teurer. Dazu lohnt ein Blick auf die Preishistorie. In den vergangenen 15 Jahren schwankte der Heizölpreis stark, zwischen 40 und 100 Euro je 100 Liter. Die Tiefs waren meist von kurzer Dauer. Und die Hochs auch. Dazwischen gab es viele Phasen mit Preisen in den 50er-, 60er- und 70er-Euro-Regionen. 69,50 Euro waren es im Schnitt.

Dahinter steckt eine relativ einfache Funktionsweise des Ölmarkts. Er wird noch immer vom OPEC-Kartell beeinflusst, das an einem auskömmlichen Preis für die Ölländer interessiert ist. Zu hohe Preise riskieren, dass die Suche nach Ölalternativen zu stark forciert wird, was den Ländern die Geschäftsgrundlage entzieht. Zu niedrige Preise sind nicht auskömmlich für die Staatshaushalte der Ölländer. Je nach Preis begrenzen sie also das Ölangebot oder weiten es aus. Gerade haben sie intensiv um eine Ausweitung gerungen und sie am Sonntag beschlossen. Die Umsetzung geht aber nicht von heute auf morgen. Wer allerdings ein paar Monate Geduld mitbringt, wird auch wieder niedrigere Ölpreise bekommen.

Haben Sie Fragen rund um das Thema Geld? Bitte an Daniel Mohr unter [email protected]


Quellverweis — www.faz.net

Releated

Verordnete Beruhigung für Chinas Aktienmarkt

Zu Wochenbeginn war es an der chinesischen Börse mächtig nach unten gegangen. Der CSI-300 verlor bis Dienstag erst einmal gut 8 Prozent. Grund war die unerwartet massive Regulierung des privaten Bildungssektors, die die Anleger kalt erwischte. Plötzlich schien die harte Linie von Generalsekretär XI Jinping ganz konkret die gesamte Wirtschaft und womöglich damit den eigenen […]

Wie Mittelständler Kreditplattformen nutzen

Die meisten Mittelständler greifen in Finanzierungsfragen immer noch auf ihre Hausbank zurück. Die Nutzung von Online-Kreditplattformen, über die Finanzierungsangebote verschiedener Anbieter bezogen werden können, gewinnt zwar an Bedeutung,  bleibt aber weiterhin  die Ausnahme, wie eine Untersuchung der staatlichen Förderbank KfW ergeben hat, die der F.A.Z. exklusiv vorliegt. Demnach gaben in der regelmäßig durchgeführten Befragung von […]