Einkommensteuer: Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen

Die Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen können direkt von der Einkommensteuer abgezogen werden. Dabei können 20 Prozent der Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen (höchstens 4000 Euro) beziehungsweise 20 Prozent der Aufwendungen für Handwerkerleistungen (höchstens 1200 Euro) in Abzug gebracht werden. Begünstigt sind dabei nur die Arbeitskosten, nicht aber die Kosten für Material.

Wie der Name sagt, müssen die Dienstleistungen haushaltsnah erbracht werden. Doch was genau heißt haushaltsnah? Der Fiskus zählt den Gehweg direkt vor dem Grundstück gerade noch dazu und lässt deshalb die Kosten für die Reinigung und das Schneeräumen auf dem Gehweg regelmäßig zum Abzug zu. Nicht mehr begünstigt ist allerdings die Reinigung der Fahrbahn einer öffentlichen Straße, wie ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofes zeigt (Urteil vom 13. Mai 2020, VI R 4/18).

In dem Fall begehrten die Steuerpflichtigen den Abzug der von der Gemeinde auf sie als Anlieger umgelegten Straßenreinigungsgebühren. Das Finanzamt lehnte das ab. Zu Recht, wie die Bundesrichter urteilten. Die Reinigung der Fahrbahn sei als kommunale Aufgabe nicht mehr typischerweise von Mitgliedern eines Haushalts zu verrichten. Hier sind laut Auffassung der Richter die Aufwendungen aufzuteilen. Die Kosten, die auf den Gehweg entfallen, sind grundsätzlich begünstigungsfähig. Im Zweifel sei der Rechnungsbetrag per Schätzung aufzuteilen.

Eine Grenze zogen die Richter auch in einer anderen Frage. Aufwendungen für Arbeiten, die für die Reparatur eines Hoftores in einer Werkstatt angefallen sind, hat das Gericht die Berücksichtigung verwehrt. Zwar bejahte das Gericht, dass das Hoftor an sich noch zum Haushalt gehört. Aber es sah nur die Aufwendungen als begünstigt an, deren Leistungen auch im Haushalt tatsächlich angefallen sind (hier also auf dem Hof, wie etwa die Installation des Hoftors). Nicht anerkannt wurden danach die für Leistungen in der Werkstatt angefallenen Kosten.

Für solch gemischte Leistungen verweisen die Richter auf die Aufteilung der Kosten in einen nicht begünstigten „Werkstattlohn“ und einen begünstigten „Vor-Ort-Lohn“. Das kann auch per Schätzung erfolgen. Wichtig bleibt, dass neben dem Nachweis mittels Rechnung die Zahlung nicht bar, sondern auf das Konto des Handwerkers erfolgt.

Der Autor ist Partner und Steuerberater bei EY.


Quellverweis — www.faz.net

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