EU rächt sich an Großbanken für Marktmanipulation

Sünden der Vergangenheit holen nun eine Reihe ganz großer Banken ein. Sie dürfen nicht beim großen Wiederaufbauprogramm der Europäischen Union mitmachen – zumindest nicht beim Vertrieb milliardenschwerer Anleihen, welche die EU begibt, um die Folgen der Corona-Krise zu bekämpfen. 800 Milliarden Euro schwer soll das sogenannte Wiederaufbauprogramm der EU sein. Das ist ein lukratives Geschäft für Finanzinstitute, die sich im Anleihenmarkt auskennen.

Nichts davon haben jedoch Großinstitute wie JP Morgan, Citigroup, Bank of America und Barclays sowie weitere Banken, berichtet die Financial Times auf ihrer Internetseite. Insgesamt 10 Geldinstitute werden laut Insidern für die Anleihetransaktionen der EU gesperrt, weil sie in der Vergangenheit an Marktmanipulationen beteiligt waren. Die Financial Times zitiert einen EU-Sprecher, laut dem Banken vom EU-Bondprogramm ausgeschlossen werden, weil sie gegen die Wettbewerbsregeln der EU verstoßen hätten.

Die betroffenen Kreditinstitute müssten laut dem Sprecher erst einmal unter Beweis stellen, dass sie Maßnahmen getroffen hätten, um Regelverstöße künftig zu verhindern, bevor sie wieder an Anleihetransaktionen der EU teilnehmen dürften.

Es handelt sich offenbar um eine späte Rache der EU für Verfehlungen der Banken in der Vergangenheit. Laut Financial Times wurden zudem die Finanzinstitute Bank of America, Natixis, Nomura, NatWest and UniCredit von den Transaktionen ausgeschlossen, nachdem die EU-Kommission vor einem Monat festgestellt hatte, dass diese Banken während der Euro-Schuldenkrise vor rund 10 Jahren an einem Anleihehandelskartell beteiligt gewesen seien.

Citigroup, JP Morgan und Barclays seien auf Grundlage einer vor zwei Monaten getroffenen Entscheidung von den Bondtransaktionen der EU ausgeschlossen worden. Auch die Deutsche Bank und Crédit Agricole bekommen demnach Konsequenzen zu spüren, weil sie an einem anderen Anleihekartell beteiligt waren. Die Banken lehnten laut Financial Times ab, sich zu dem Thema zu äußern.


Quellverweis — www.faz.net

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