BGH zu Bankgebühren: Ein teures Urteil

Kaum läuft es mal wieder etwas besser für die Deutsche Bank und ihren Chef Christian Sewing, da fliegen ihm auch schon die nächsten Knüppel zwischen die Beine. Und das von unerwarteter Seite. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu Gebühren rund um das Girokonto hatte wohl keiner in der Bankbranche auf dem Schirm – das Urteil hat Sprengkraft, nicht nur für die Deutsche Bank. Auf 300 Millionen Euro beziffert der Finanzvorstand der Bank die unmittelbar absehbaren Einbußen. Doch die Folgen könnten noch weit darüber hinausgehen und auch viele andere Institute noch empfindlich treffen.

In Zeiten der Negativzinsen haben viele Kreditinstitute in den vergangenen Jahren darauf gesetzt, die Gebühren rund um das Girokonto zu erhöhen. Die gängige Praxis, das jeder Kunde, der nicht aktiv widerspricht, die Gebührenerhöhung stillschweigend akzeptiert, erschien ihnen weniger heikel als die Kundschaft mit Negativzinsen für alle zu verschrecken.

Insofern dürfte die Warnung des obersten Bankenaufsehers, wonach manche Bank die Hälfte ihres Jahresüberschusses einbüßen könnte, nicht überzogen sein. In den Instituten wird nun heftig gegrübelt, wie künftig neue Gebühren eingeführt werden können, wenn dem jeder Kunde aktiv zustimmen muss. Manche längerfristige Finanzplanung wirft das gewaltig durcheinander. 


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