So verdienen die Neobroker ihr Geld

Im vergangenen Jahr gab es einen schon fast beispiellosen Trading-Boom in Deutschland. Im Vorjahr wurden 1933 Milliarden Aktien an deutschen Handelsplätzen gehandelt. Noch im Jahr 2019 waren es „nur“ 1415 Milliarden Aktien. Viele waren neue und junge Anleger, die sich zum ersten Mal auf das virtuelle Parkett wagten. Sie nutzen Apps wie die des Neobrokers Trade Republic, die zum Beispiel versprechen, einen Trade nur zum Preis von einem Euro zu ermöglichen, oder legen sich ein Depot bei den zahlreichen günstigen Brokern zu. Das kommt an, Trade Republic verzeichnet eine stark steigende Kundenzahl und ist mittlerweile das wertvollste Fintech in Deutschland. Auch die Konkurrenz wächst. Doch wie passt das zusammen, zum einen fast kostenloses Handeln und auf der anderen Seite glänzende Geschäfte?

Trade Republic ist dabei mit Sicherheit eine Ausnahme. Er ist ein Neobroker, das heißt: Alle Geschäfte lassen sich nur über das Smartphone abwickeln. Er richtet sich primär an eine jüngere, technikaffine Kundschaft. Das engt die Zielgruppe erst einmal ein, hat aber auch einen großen Vorteil: Der technische und regulatorische Aufwand sinkt, was übersetzt heißt – die Kosten sind niedrig. Auch das sogenannte „onboarding“ ist weniger aufwendig, der Interessierte kann mit wenigen Schritten Kunde werden. Es ist für Trade Republic also günstiger, die Plattform zu betreiben, und leichter, Kunden zu gewinnen – trotz geringerer Zielgruppe.


Quellverweis — www.faz.net

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