Digitalwährungen erstmals mehr als 2000 Milliarden Dollar wert

Um die Kryptowährung Bitcoin ist es in den vergangenen Wochen relativ ruhig geworden. Seit einem Monat pendelt die älteste Digitalwährung zwischen 50000 und 60000 Dollar. Doch in ihrem Windschatten erreichen zahlreiche andere Kryptodevisen neue Rekordhochs. Das sieht man an der Marktkapitalisierung aller 9125 Digitalwährungen, die erstmals die Grenze von 2 Billionen Dollar durchbrochen hat. Sie hat sich damit innerhalb eines Jahres verzehnfacht, seit Januar immerhin fast verdreifacht.

Die Bedeutung von Bitcoin ist dabei leicht gesunken: Während am Jahresende knapp 70 Prozent der Marktkapitalisierung von der ältesten Digitalwährung abgebildet wurde, waren es am Dienstag noch rund 56 Prozent. Das entspricht 1,1 Billionen Dollar. Doch spannender ist der Blick auf die sogenannten Altcoins. Das Wort ist eine Mischung aus „Alternative“ und „Coin“, also Münze, und genau darum geht es auch: So werden alle Digitalwährungen außer Bitcoin bezeichnet.

Die zweitwichtigste Digitalwährung Ethereum vereint immer noch 245 Milliarden Dollar auf sich, was aktuell rund 12 Prozent entspricht. Doch auch das waren mehr als 16 Prozent rund um den Jahreswechsel. Dabei ist die Marktkapitalisierung seit dem Jahreswechsel sogar noch gestiegen, damals war Ethereum nur 81 Milliarden Dollar wert und hat sich damit verdreifacht. Das zeigt: Zwar hat sich Ethereum gut entwickelt, aber andere Digitalwährungen eben noch viel besser. Und dafür steht exemplarisch die Nummer drei der Digitalwährungen, der Binance Coin: Er kommt lediglich auf eine Marktkapitalisierung von 60 Milliarden Dollar und damit nur auf etwa 3 Prozent Anteil. Aber ab hier sieht man die veränderte Bedeutung der kleinen Währungen sehr gut: Noch zum Jahreswechsel war das weniger als ein Prozent. In absoluten Zahlen ist es noch beeindruckender: Rund um den Jahreswechsel waren die Binance Coin lediglich etwa 5 Milliarden Dollar wert – ihr Preis hat sich also seitdem verzwölffacht. Während also die Bedeutung der beiden größten Währungen von 86 Prozent auf 68 Prozent gefallen ist, hat sich der Anteil kleiner Kryptodevisen von 14 Prozent auf 32 Prozent mehr als verdoppelt.

Für Anleger wird der Markt damit noch unübersichtlicher. Viele von den kleinen Währungen können noch nicht über regulierte Marktplätze gekauft werden. Damit steigt dementsprechend auch die Gefahr, Betrügern aufzusitzen. Gerade über ausländische Börsen wie Binance – die den Binance Coin herausgibt – gibt es immer wieder beunruhigende Nachrichten. So wurden im Herbst vertrauliche Dokumente veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass Binance extra eine komplexe Unternehmensstruktur geschaffen habe, um die amerikanischen Aufsichtsbehörden zu täuschen.


Quellverweis — www.faz.net

Releated

Die Börsen-Ikone Apple sollte in keinem Depot fehlen

Das Unternehmen mit dem bekannten angebissenen Apfel im Firmenlogo hatte dieser Tage Geburtstag. Am 1. April 1976 gründeten Steve Wozniak, Steve Jobs und Ron Wayne eine Garagenfirma, um in das Geschäft mit Personalcomputern einzusteigen. Heute, 45 Jahre später, im Jahr 2021, ist aus dem Klein-Unternehmen von einst mit weniger als 2000 Dollar an Startkapital ein […]

Finanzministerium soll sich aus der Bafin zurückziehen

Wissenschaftler empfehlen eine größere Unabhängigkeit der wegen des Wirecard-Bilanzskandals in der Kritik stehenden Finanzaufsicht Bafin. Die Bonner Behörde solle nicht länger vom Bundesfinanzministerium beaufsichtigt werden, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Papier des Leibnitz-Instituts für Finanzmarktforschung (Safe). „Die Neuaufstellung der Bafin als unabhängige Behörde wäre ein klares Signal an die Kapital- und Finanzmärkte in […]