Die meisten Greensill-Sparer sind entschädigt

Die meisten Sparer der insolventen Bremer Greensill Bank sind nach Angaben des Privatbankenverbands inzwischen entschädigt worden. Mehr als 20.500 Einleger hätten von den Entschädigungseinrichtungen eine Summe von rund 2,7 Milliarden Euro erhalten, teilte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Montag mit. Bei rund 1500 Anlegern, die bei der Greensill Bank insgesamt 400 Millionen Euro verloren hätten, stehe die Entschädigung noch aus, sagte ein Verbandssprecher. Das liege unter anderem daran, dass sich eine Reihe betroffener Kunden bisher nicht mit ihrer aktuellen Bankverbindung gemeldet habe. Deshalb sei offen, wie lange sich das Verfahren noch hinziehe.

Die Finanzaufsicht Bafin hatte die Greensill Bank Anfang März wegen drohender Überschuldung geschlossen. Zwei Wochen später eröffnete das Amtsgericht Bremen das Insolvenzverfahren. Für deutsche Sparer handelt es sich um die größte Bankenpleite seit dem Zusammenbruch des amerikanischen Instituts Lehman Brothers 2008.

Zu den Betroffen zählen auch mehrere deutsche Kommunen, die anders als private Sparer oder Rundfunkanstalten nicht durch Entschädigungseinrichtungen abgesichert sind. Der Zusammenbruch des Mutterkonzerns des Bremer Instituts, Greensill Capital, macht auch Finanzkonzernen wie der Schweizer Großbank Credit Suisse zu schaffen.

Der Privatbankenverband BdB, zu dessen Mitgliedern auch die Deutsche Bank und die Commerzbank zählen, rechnet mit einer Entschädigungssumme von insgesamt 3,1 Milliarden Euro. Für rund 1,1 Milliarden Euro davon kommt die gesetzliche Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) auf, die für Spareinlagen bis 100.000 Euro geradesteht. Um darüber hinausgehende Beträge kümmert sich der Einlagensicherungsfonds des BdB. Für diesen Fonds wird nach Angaben des Sprechers mit einer Auszahlungssumme von zwei Milliarden Euro gerechnet. Der Verband wolle sich das Geld vom Insolvenzverwalter der Greensill-Gruppe und von Versicherungen zurückholen. Allein beim Greensill-Capital-Insolvenzverwalter Grant Thornton hat der BdB bereits eine Forderung von zwei Milliarden Euro angemeldet.


Quellverweis — www.faz.net

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