Corona beeinträchtigt die Arbeit der Geldfälscher

Die Zahl der in Deutschland entdeckten gefälschten Geldscheine ist im Jahreslauf 2020 deutlich zurückgegangen. Das berichtet die Deutsche Bundesbank und führt das auf Folgen der Corona-Pandemie zurück. So seien im ersten Halbjahr 34.100 unechte Banknoten in Deutschland aufgetauchte, im zweiten Halbjahr nur 24.700 Stück.

Im Prinzip könnte das natürlich unterschiedliche Gründe haben. Vielleicht waren die Geldfälscher im Homeoffice weniger produktiv. Oder sie konnten ihre mühsam gefälschten Scheine anschließend schlechter ausgeben, weil viele Läden geschlossen waren, und blieben darauf sitzen. Denkbar wäre natürlich auch, dass lediglich die Falschgeld-Sucher der Bundesbank durch die Pandemie in der Arbeit beeinträchtig waren und deshalb im zweiten Halbjahr nur weniger der vorhandenen Blüten entdeckt haben.

Bundesbankvorstand Johannes Beermann jedenfalls führt den Rückgang der Falschgeldzahlen im Jahresverlauf darauf zurück, dass es in der Corona-Zeit weniger Gelegenheiten zur Barzahlung gegeben habe. Das schließt sowohl jene Geschäfte mit ein, die geschlossen waren, als auch jene, in denen vor allem mit Karte gezahlt wurde. Und auch die Verlagerung eines weiteren Teils des Handels ins Internet machte den Geldfälschern die Arbeit natürlich schwerer, so wie sie andererseits Kartenbetrügern zusätzliche Chancen eröffnete.

Die Europäischen Zentralbank verweist darauf, dass in der Eurozone insgesamt die Zahl der gefälschten Scheine 2020 sogar einen neuen historischen Tiefstand erreicht habe. Seit 2015 sei der Anteil der Blüten je eine Million umlaufende Scheine rückläufig. Dahinter stecke auch die Verbesserung der Sicherheitsmerkmale.

Anders als europaweit war die Zahl der im Gesamtjahr 2020 in Deutschland entdeckten Blüten allerdings höher als im Vorjahr. Sie stieg um 6,5 Prozent auf 58.800. Vom Betrag her gab es hingegen einen Rückgang um 14,3 Prozent.

Der Grund dafür war, dass mehr kleinere Scheine gefälscht wurden und weniger große. Der 50-Euro-Schein, der laut Beermann noch 2019 ganz im Zentrum des Interesses der Geldfälscher gestanden hatte, verlor etwas an Bedeutung, auch wenn er weiterhin der am häufigsten nachgemachte Euro-Schein blieb. Häufiger gefälscht wurden stattdessen Banknoten zu zehn und 20 Euro. Es habe sich allerdings vor allem um leicht erkennbare Fälschungen gehandelt, berichtet der Bundesbankvorstand weiter. Zum Teil habe sogar der Schriftzug „Movie Money“ auf der Vorderseite gestanden oder „Prop Copy“ auf der Rückseite, sagte Beermann.

Im gesamten Euroraum wurden laut EZB im vergangenen Jahr 460.000 gefälschte Banknoten aus dem Verkehr gezogen, 220.000 davon im zweiten Halbjahr. Auch hier gab es also einen leichten Rückgang im Jahresverlauf. Gegenüber dem Vorjahr war das eine Abnahme der Falschgeldzahlen in Europa um 17,7 Prozent. 94,5 Prozent der Fälschungen wurden innerhalb des Euroraums entdeckt.


Quellverweis — www.faz.net

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