Was hinter Bitcoin steckt

Einmal mehr sorgt die Kryptodevise Bitcoin für Furore. Zwischen Oktober und dem Jahresbeginn hatte sich der Preis annähernd verdreifacht und zeigt erst jüngst Zeichen einer Konsolidierung. Das Interesse wächst. Hier kommen Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Was ist Bitcoin?

Bitcoin ist als Zahlungsmittel und -system konzipiert. Ausgehend von der These, dass die Zentralbanken der Welt das Vertrauen in die derzeit existierenden Währungen missbraucht hätten, weil Banken damit Kreditblasen finanziert hätten und das Geld entwertet worden seien, wurde diese von einem oder mehreren anonymen Verfasser eines Thesenpapiers unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto entworfen.

Ziel war, das Vertrauen in eine dezentralisierte Technik zu legen statt in zentrale Institutionen, gleichsam also eine Währung zu schaffen, in der die Macht der Beteiligten gleichmäßig verteilt ist — und sich diese damit wechselseitig kontrollieren. Zudem sollte so durch Anonymität Identitätsdiebstahl unmöglich gemacht und Mikrozahlungen ermöglicht werden, die in der aktuellen Infrastruktur aufgrund hoher Zusatzkosten unmöglich seien.

Wie funktioniert Bitcoin?

Bitcoin ist ein System von Transaktionen, die in einer sogenannten „Blockchain“ abgespeichert werden. Eine zentrale Rolle kommt dabei den „Minern“ zu, die die Korrektheit von Transaktionen bestätigen, und diese in einem Block und neuen Kettenglied in der Blockchain speichern. Diese ist damit eine dezentral gespeicherte Zahlungshistorie des gesamten Netzwerks.

Die Miner schöpfen aber auch gleichzeitig Bitcoin-Einheiten. Dafür dass Minder Rechenkapazität zur Verfügung stellen, erhalten sie Bitcoin. Über die Zeit wird das Mining zunehmend aufwendiger, die Zahl der Bitcoins ist begrenzt.

Alle Miner im Netzwerk können durchschnittlich nur alle zehn Minuten einen Block generieren. Wie lange die Generierung eines spezifischen Blocks dauert, lässt sich nicht exakt vorhersagen. Zudem halbiert sich die Zahl der mit einem Block geschaffenen Bitcoin in regelmäßigen Abständen.

Da die Bestätigung von Transaktionen nur gemeinsam mit einer Blockschaffung erfolgt, sind diese mit dem mathematischen Prüfwert (Hash) eines Blocks verknüpft. Diese können von allen Minern geprüft werden. Passt der Hash nicht, werden Transaktionen vom Netzwerk abgewiesen. Diese wandern zurück in das Sammelbecken unbestätigter Transaktionen. Dadurch, dass die Hashs der Blöcke miteinander verkettet werden, wird sichergestellt, dass die dezentral gespeicherte Blockchain überall gleich ist.

Wie benutzt man Bitcoin?

Um Bitcoin zu nutzen, benötigt man eine digitale Geldbörse, ein Wallet. Auf diese kann nur mittels eines Schlüssels zugegriffen werden. Wer diesen besitzt, hat Zugriff. Geht der Schlüssel verloren, ist der Zugriff nicht mehr möglich. Bitcoin befinden sich technisch in der Blockchain, nicht in der Wallet. Diese ermöglicht den Zugriff auf die verknüpften Adressen in der Blockchain.

Was kostet die Nutzung?

Um Bitcoin an eine Empfänger-Adresse zu senden, muss die Transaktion vom Miner verarbeitet werden. Der Initiator der Transaktion muss dabei angeben, wie viel Bitcoin der Miner für die Verarbeitung erhält. Diese Angabe erfolgt in Hundertmillionenstel Bitcoin, genannt Satoshi. Je höher der Betrag, desto eher wird die Transaktion verarbeitet.

Aktuell liegt der Preis für die schnellste und günstigste Transaktion nach Angabe des Bitcoin-Handelsplatzes Coinbase bei 102 Satoshis je Byte (8 Zeichen) und damit für eine Transaktion mittlerer Größe bei 22.848 Satoshis, was 8,27 Dollar für eine Transaktion entspricht. In diesem Fall liegt die erwartete Bestätigungszeit zwischen null und 30 Minuten.


Quellverweis — www.faz.net

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