Twitter: 89-Jähriger setzt ersten Tweet ab – nun folgen ihm fast 5000 Nutzer


Twitter entdeckt
89-jähriger Schweizer setzt ersten Tweet ab – nun folgen ihm fast 5000 Nutzer

Sehen Sie im Video:  Gretas fiese Twitter-Revanche gegen Trump – «So lächerlich … Entspann dich, Donald!»

Klimaaktivistin Greta Thunberg hat die mögliche Wahlschlappe von US-Präsident Donald Trump für eine späte Revanche auf dessen Lieblingsmedium Twitter genutzt. Als Reaktion auf einen Tweet Trumps, in dem der Präsident das Ende der Stimmenauszählung in den USA forderte, schrieb Thunberg: «So lächerlich. Donald muss an seinem Problem mit Aggressionsbewältigung arbeiten und dann mit einem Freund in einen guten alten Film gehen! Entspann dich, Donald, entspann dich!». Einen identischen Tweet hatte Trump im vergangenen Dezember über Greta Thunberg geschrieben. Anlass war, dass das «Time»-Magazin Thunberg damals zur «Person des Jahres» ernannt hatte. Der Republikaner Trump hatte sich in der Vergangenheit mehrfach skeptisch dazu geäußert, ob es den Klimawandel überhaupt gibt und falls ja, ob er vom Menschen verursacht ist. Die USA sind einer der größten Verursacher von Treibhausgasen. Trump hat die USA außerdem aus dem Pariser Klimaschutzabkommen zurückgezogen.

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Dem 89-jährigen Schweizer Hermann Unternährer ist im Moment aufgrund der Corona-Pandemie oft langweilig. Deshalb hat er angefangen zu twittern. Binnen kurzer Zeit folgen ihm nun fast 5000 Menschen.

Es ist einer der bekannteren Sätze von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

«Das Internet ist für uns alle Neuland.»

Sie sagte ihn vor sieben Jahren auf einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt. Damals löste der Satz einen veritablen Shitstorm aus. Dennoch traf Merkel mit ihrer Aussage den Umgang vieler Menschen der älteren Generationen mit dem Internet: Sie sind überfordert. Das bestätigt auch eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Nur ein Drittel der über 70-Jährigen fühlt sich sicher im Umgang mit dem Internet.

Allerdings gibt es im Jahr der Pandemie kein Vorbeikommen am Internet – speziell an den sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook und Instagram. Denn gerade durch Corona sind die sozialen Medien eine Möglichkeit, den Kontakt zur Außenwelt aufrechtzuerhalten. Das dachte sich auch der Schweizer Hermann Unternährer.

Der 89-Jährige ist Pensionär. Weil er aufgrund seines hohen Alters zur Risikogruppe gehört, verlässt er derzeit nur selten sein Haus. Deshalb ist ihm im Moment oft langweilig. Als er das einem seiner Enkel erzählt, schlägt dieser vor: Er solle doch twittern. Unternährer folgt dem Ratschlag – und setzt am Samstag tatsächlich seinen ersten Tweet ab.

Twitter: «Mein Sohn hat mir gesagt, man muss Danke sagen»

«Dies ist mein erster Tweet in 89 Jahren», schreibt er darin. «Da Corona meinen Wirkungskreis einschränkt, befasse ich mich zuhause mit neuen Kommunikationsmitteln.» 20 Wörter, zwei Sätze. Das Netz ist begeistert. Sein Tweet wird innerhalb kurzer Zeit über 1200 Mal geteilt und bekommt fast 18.000 Likes.

Die meisten Nutzer freuen sich, dass Unternährer nun auch auf Twitter aktiv ist. «Herzlich willkommen! Was für ein toller Schritt, dass Sie sich zum Tweeten entschlossen haben! Es ist sicher auch für jüngere Twitterer eine Bereicherung, von jemandem aus Ihrer Generation zu lesen!», schreibt ihm eine Nutzerin. Und der Pensionär antwortet auf fast jeden Kommentatoren. «Mein Sohn hat mir gesagt, man muss Danke sagen», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» im Interview. «Deshalb habe ich geantwortet.»

Mittlerweile hat Hermann Unternährer fast 5000 Abonnenten. Er verbringe deshalb momentan viel Zeit vor dem Computer. Nur seiner Frau gefällt sein neues Hobby nicht. «Die ist gar nicht glücklich», sagte er der «FAZ». «Meine Frau wollte noch nie in die Öffentlichkeit, ihr ganzes Leben nicht.»

Quellen: «Frankfurter Allgemeine Zeitung» / Twitter

rpw

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Quellverweis — www.stern.de

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