Große Mengen Gold fehlen: Betrugsprozess um Händler PIM beginnt

Große Mengen Gold fehlen
Betrugsprozess um Händler PIM beginnt

Goldhändler PIM ist mittlerweile insolvent. Foto: Armin Weigel/dpa

© dpa-infocom GmbH

Sie hofften auf Gewinne mit ihren Gold-Verträgen und wurden bitter enttäuscht: Anleger des insolventen Goldhändlers PIM stehen erst einmal mit leeren Händen da. Jetzt beginnt der Prozess wegen schweren Betruges.

Es geht um große Mengen Gold, Verluste in Millionenhöhe und geprellte Anleger: Gut ein Jahr nach den Durchsuchungen bei dem mittlerweile insolventen Goldhändler PIM beginnt heute der Prozess gegen zwei ehemalige führende Mitarbeiter.

Die 49 und 52 Jahre alten Männer müssen sich vor dem Landgericht Darmstadt wegen schweren Betruges verantworten. Laut Anklage soll das Unternehmen im hessischen Heusenstamm von 2016 bis September 2019 mit ihren Kunden Lieferverträge einschließlich Bonusversprechen über Hunderte Kilogramm Gold abgeschlossen, diese aber nicht erfüllt haben. Zinsen sollen nach einer Art Schneeballsystem über neu angeworbene Kundengelder ausgezahlt worden sein.

In dem Verfahren geht es auch um Verträge für den Kauf von rund drei Tonnen Gold, das den Vorwürfen zufolge in diesem Umfang wohl nie in irgendwelchen Tresoren gelagert war. Laut Staatsanwaltschaft gibt es Fälle mit kleineren, aber auch mit sehr hohen Beträgen. Es sei deutlich zu wenig Gold eingelagert worden.

Laut Insolvenzverwalter gibt es weit mehr als 7000 angemeldete Forderungen mit Gesamtvolumen von knapp 180 Millionen Euro. Die Spanne der einzelnen Forderungen reiche von Beträgen von 20 Euro bis zu 1,9 Millionen Euro. Im Bestand seien bislang rund 560 Kilogramm Gold und Schmuck sichergestellt worden.

Die Anwältin des jüngeren Angeklagten, Stefanie Schott, hält den ganzen Komplex für nicht zu Ende ermittelt. Erst Anfang November habe das Gericht erstmals einen Sachverständigen damit beauftragt zu klären, inwieweit ein Schaden vorliege. Dies sei aber eigentlich schon eine Voraussetzung für eine Anklageerhebung gewesen. Diese Aufklärung hätte schon im Ermittlungsverfahren erfolgen müssen. Ihr Mandant sitzt seit mehr als einem Jahr, seit Anfang September 2019, in Untersuchungshaft. Der mitangeklagte 52-Jährige ist auf freiem Fuß.

dpa

#Themen


Quellverweis — www.stern.de

Releated

Selbstfahrende Autos : Uber steigt aus Roboterwagen-Entwicklung aus

Selbstfahrende Autos Uber steigt aus Roboterwagen-Entwicklung aus Das undatierte Handout-Foto zeigt ein selbstfahrendes Uber-Fahrzeug. Foto: Uber/dpa © dpa-infocom GmbH Einst sah Uber eigene Technik für selbstfahrende Autos als Schlüssel für das Überleben in der Zukunft. Jetzt ist der Traum ausgeträumt: Nachdem Uber Hunderte Millionen Dollar dafür ausgab, wird das Projekt von einem Start-up übernommen. Der […]

Tief seit der Finanzkrise: Studie: Firmen scheuen Börsengänge

Tief seit der Finanzkrise Studie: Firmen scheuen Börsengänge Eine Händlerin sitzt im Handelssaal der Frankfurter Börse vor ihren Monitoren. Börsengänge spielen in Deutschland seit Jahren kaum eine Rolle. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa © dpa-infocom GmbH Börsengänge spielen traditionell keine große Rolle in Deutschland. Das Corona-Jahr aber war das schwächste seit der globalen Finanzkrise, so eine neue […]